Mai 2001: Asbacher Oldtimerfreunde organisierten zum zweiten Mal ein Traktorentreffen auf dem Marktplatz

Ältester Traktor fährt sechs Kilometer Spitze
Gefährt aus dem Jahr 1937 wird noch mit Kurbel und Lunte gestartet

Foto: Günther Groote
Auf dem Asbacher Marktplatz trafen sich viele Oldtimer-Fans zum Fachsimpeln

Alte "Schätzchen" der etwas anderen Art konnten vor kurzem auf dem Asbacher Marktplatz unter die Lupe genommen werden: Die Asbacher Oldtimerfreunde hatten zum zweiten Mal zu ihrem Traktorentreff geladen. Neben historischen Motorrädern und Wagen blitzten und blinkten rund 50 Nutzfahrzeuge um die Wette. Das älteste Ausstellungsstück stammte dabei aus dem Jahr 1928.

Aus Asbach, Altenkirchen, aber auch aus dem Rhein-Sieg-Kreis und Bonn waren die Trecker-Liebhaber mit ihrem Gefährt angereist. Bis zu 400 Arbeitsstunden haben einige von ihnen in ihre Traktoren investiert und einiges an Geld in Ersatzteile gesteckt, um aus einem nicht mehr funktionstüchtigen Stück wieder ein Prachtexemplar zu machen.

Darunter waren in Asbach auch viele Raritäten zu sehen. Etwa das älteste Stück des Tages: Ein Stationärmotor von 1928 mit 25 Pferdestärken und 11.000 Kubikzentimeter Hubraum. Dirk Pfaffhausen aus Rothe Kreuz startete diese Maschine mit Druckluft. Sie trieb früher über einen riesigen Flachriemen eine Getreidemühle an. Seine Begeisterung für Traktoren entdeckte Pfaffhausen schon als Kind: Sein Vater hatte ihn zu vielen Oldtimer-Treffen mitgenommen und so in das Hobby einbezogen.

Heute nimmt er mit seinen Fahrzeugen an bis zu sechs Oldtimer-Treffen im Jahr teil und besucht als Gast zusätzlich noch rund 20 Veranstaltungen.

Ältester Traktor war ein 11-er Deutz mit Baujahr 1937, den Besitzer Peter Reufels aus Asbach-Krumscheid und seine Frau eigenhändig restauriert haben. Satte sechs Stundenkilometer bringt das Gefährt auf den Tachometer, gestartet wird noch mit Kurbel und Lunte. Auch Sascha Heinze aus Limbach trat vor Jahren in die Fußstapfen seines Vaters: Er richtet alte Fahrzeuge her, so etwa einen Deutz F 4 L 514, Baujahr 1959, den größten Schlepper der 50-er Jahre. Vater Wilfried, einer der Organisatoren des Treffens, stellte eine Hanomag Raupe K 55 aus, die früher in Plaidt in der Bimsverarbeitung verwendet wurde. Und noch ein Fahrzeug fand besondere Beachtung: Ein Schlüter-Ackerschlepper, Baujahr 1964, mit sechs Zylindern und stolzen 82 PS, sozusagen ein "Mercedes" unter den Traktoren.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 9. Mai 2001 / Text: Ulla Kugler

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Foto: Günther Groote
Nostalgisch: Zahlreiche Raritäten gab es unter den Traktoren zu bestaunen